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Jakobsweg

Nun ist es so weit:

Im April und Mai 2012 bin ich auf dem Jakobsweg in Spanien unterwegs. Von St.-Jean-Pied-de-Port bis Santiago de Compostela – und wenn die Zeit noch reicht, bis ans „Ende der Welt“ nach Muxia wird mir die Pilgerreise sicher wunderschöne Erlebnisse bescheren.

Anreise per Flugzeug mit Vueling:
Do. 19.04.2012: München – Barcelona
Fr.   20.04.2012: Barcelona – San Sebastian – Bayonne – St. Jean-Pied-de-Port

 

Vorbereitungen

Motivation

Erzähle ich davon, dass ich eine Unternehmung wie den Jakobsweg plane, wird das entweder begeistert aufgenommen, oder aber ich werde für völlig verrückt gehalten. In meinen Freundeskreis allerdings überwiegt die Begeisterung und manche würden mich am liebsten gleich begleiten.

Doch schon die Frage, warum ich den Jakobsweg gehen möchte, kann ich nicht zufriedenstellend beantworten. Eine eindeutige Antwort gibt es nicht (zumindest in meinem Fall). Am ehesten trifft es wohl die Aussage, die auch so oft beim Bergsteigen herhalten muss: Warum geht man auf hohe Berge und nimmt üble Strapazen auf sich? Weil sie da sind!

Der Jakobsweg ist da, also gehe ich ihn!

Das Weitwandern faszinierte mich schon vor mehr als 20 Jahren. Irgendwann, dachte ich damals, gehe ich den E5. Das ist der Weitwanderweg über die Alpen. Dieser reizt mich auch heute noch, allerdings ist der Jakobsweg auch auf Schritt und Tritt eine spirituelle Angelegenheit, was meiner derzeitigen Lebenssituation näher kommt, als das bloße Bewältigen einer Herausforderung wie die Überquerung der Alpen. Ja, es ist durchaus die Suche nach Erkenntnis! Eine Art geistiger Erweiterung des eigenen Horizonts. Ich habe so viel gelesen und gehört über diesen uralten Weg, der so voll ist von historischen Ereignissen und Zeugnis von spannenden Epochen europäischer Geschichte abliefert –  und nun bietet sich mir die Gelegenheit, diesen Weg zu gehen, also nehme ich die Gelegenheit wahr.

Aufgrund einer beruflichen Veränderung habe ich die Zeit, die man sonst selten hat, außer man ist Rentner. Was läge näher, als eine solche Pilgerreise zu unternehmen? Nichts – und i gfrei mi wie a Schnitzel! 🙂

 

Entscheidung

Geredet habe ich schon oft darüber, doch tatsächlich los zulegen, hat dann doch eine andere Qualität. Eines Nachts im März 2012 wache ich um drei Uhr am Morgen auf und wusste, jetzt ist es so weit. Mitten in der Nacht viel diese Entscheidung und sie war schon in mir, noch bevor ich vollständig wach war. Ich glaube, sie kam von innen, also folge ich diesen Ruf.

Doch schon die Entscheidung, den Zeitpunkt festzulegen, ist ein schwieriger Akt (zumindest für mich). Ich bin kein wirklich guter Planer, denn mich nervt schon, dass ich Flüge buchen muss und dadurch den genauen Endtermin festzulegen habe. Viel lieber würde ich einfach los ziehen und dort bleiben, wo ich will, los gehen, wann ich will, anschauen, was ich will und mich einfach treiben lassen. Aber so läuft das eben nicht.

 

Informationen sammeln

Informationen im Internet gucken, Führer kaufen, Etappen und Unterkünfte, Strecken und Schwierigkeiten ausloten, Anreise planen und Flüge buchen, studieren, wie zum Ausgangspunkt kommen und so weiter. Und natürlich muss die Ausrüstung passen, denn nichts ist übler, als wenn es zwickt, klemmt, scheuert oder quietscht, feucht oder kalt wird. Doch ich denke, meine Bergsteigererfahrung wird mir dabei nützlich sein.

 

Ausrüstung

Hm, eigentlich habe ich alles! Der Tages- und Kletterrucksack ist zu klein, der mittlere Rucksack (ca 45 Liter) ist aber irgendwie in die Jahre gekommen. Die Träger fühlen sich etwas dünn an, bedenkt man, dass ich ca. 12 Kg über rund 900 Km transportieren werde. Auch das Volumen erscheint mir zu klein, denn ich verspüre keinerlei Lust, mich mit permanenten Platzproblemen für meine Utensilien herum zu plagen!

Also hole ich doch meinen großen Rucksack aus dem Keller, der allerdings ist kein Leichtgewicht. Schon das Leergewicht von 3,5 Kilogramm ist happig! Doch dieser Rucksack bietet auch Komfort beim Volumen und beim Tragen sowieso. 10 bis 12 Kilo steckt der einfach mal so weg – und die lassen sich auch locker tragen. Die Entscheidung ist gefallen, auch wenn ich diesen Rucksack fast für zu groß halte.

Außerdem leiste ich mir noch neue Schuhe bei Outdoor Schuhe München, denn die alten Trekker sind zwar super eingelaufen, sehen aber nicht mehr so aus, als würden sie die rund 900 Km mitmachen. Die neuen Schuhe erhalten noch Einlagen von Fußwerk – und gut is. Beides laufe ich natürlich großzügig vor dem Start ein, denn wenn da etwas nicht passt, dann kann das zum ernsthaften Problem werden.

Ansonsten nehme ich noch meinen alten Daunenschlafsack und die auch schon in die Jahre gekommene Therm-A-Rest-Matte mit. Meine Ausrüstung ist wirklich schon in die Jahre gekommen, aber in sehr guten Zustand! Auf das Leicht-Zelt verzichte ich, aber eine Plane (wie die alten Cowboys) nehme ich wohl noch mit, so kann ich bei Lust und Laune Nächte unter freiem Himmel zubringen.

Ansonsten packe ich das Übliche ein: Regenzeug, wobei ich mich für die Softshelljacke entscheide, da ich einen Fahrradumhang für ganz mieses Wetter zusätzlich einpacke. Ich mag zwar solche Umhänge nicht besonders gern, weil der Wind einem damit echt zu schaffen macht.  Doch unter den Umhang verschwindet der Rucksack gleich mit, somit bleib alles trocken. Das kann man bei Jacke und Raincover für Rucksack nicht behaupten, da Wasser, das am Rücken der Regenjacke abläuft, von dem Tragesystem des Rucksackes aufgesogen wird. Das Ergebnis ist unschön:  Der Rucksack wird schwer und der Inhalt feucht.

Des Weiteren GoreTex-Hut und einen hellen, breitkrempigen Sommerhut, Unterwäsche, Socken, Hemd und Shirts, alles dreifach (also zwei Mal im Rucksack, ein Set aangezogen) und eine Weste (ich liebe Westen, sie wärmen wenn man fröstelt, sind kühler als ein Pulli und schützen die Schultern besser als ein Shirt, Hemd oder Pulli vor Druckstellen des Rucksackes). Dann noch Toilettenartikel, Erste-Hilfe-Päckchen, Wassersack (Camelbak) und eine Flasche als Reserve (für Wasser, Wein etc.).

 

Der Pilgerpass

Der Pilgerpass  ist ein absolutes Muss! Denn ohne Pilgerausweis kann man die günstigen Pilgerherbergen nicht nutzen und die notwendigen Stempel nicht einsammeln, die nötig sind, um nachzuweisen, dass man auch überall persönlich vor Ort war. Um am Ende der Reise in Satiago de Compostela seine Urkunde zu erhalten, ist der abgestempelte Pilgerausweis obligatorisch. Ich habe mir meinen Ausweis von „camino-silencio.com“ schicken lassen. Michael von Camino-Silencio hat das innerhalb von zwei Tagen erledigt.

Und nun gehts weiter, wenn ich vor Ort bin. Servus und bis bald!

4 Kommentare zu “Jakobsweg

  1. Petra

    Hallo Franzl, viel Freude auf dem Weg. Will Ihn nächsts Jahr Ende Mai laufen. Wäre toll, wenn Du mir von Deinen Erfahrungen berichten könntest. Laufe Ihn wahrscheinlich alleine. Bereite mich jetzt ein Jahr körperlich auf den Weg vor. Könnte aber Erfahrungen von Pilgern, die auf dem Weg waren schon ganz gut gebrauchen.
    Danke Dir schon mal im vorraus.
    Liebe Grüße
    Petra

    1. Franzl Autor des Beitrags

      Liebe Petra,

      vielen Dank für deine Nachricht, schön, dass es so viele Gleichgesinnte gibt. Natürlich werde ich hier berichten und alle Fragen beantworten. Vielleicht ergibt sich ja auch ein persönlicher Kontakt…. Falls du heute noch in Facebook schaun kannst, suche nach Fischer Franzl und ich werde deine Freundschaftsanfrage bestätigen. Dort werde ich, wann immer geht, einen Kommentar abgeben.
      Servus, liebe Grüße,
      Franzl

    2. Anna Hochgatterer

      Hallo aus Österreich, mein Mann und ich sind schon einige Etappen unterwegs. Anfang September sind wir bis Genf gewandert.

      Du kannst dich unter der email melden, wenn du Lust hast…

      Ein schönes Fest wünscht
      Anna

  2. dei digga Spezi

    Grias Di Franzl, jetz bist ja scho untawegs und i hoff das Deine Vorstellungen und Wünsche an den „Jakobs-Krönungs-Weg“ 🙂 in Erfüllung gengan…Bass auf auf Di und kimm gsund wieda. Bin scho gschbannt wos Du ois zum vazähln hosd…bei am gscheidn Bayrischn Bier…
    Servus, da Werna

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